Fotograf & Bildbearbeiter
Ulff Berger Manche sagen, ein professioneller Fotograf verdient mit seinen Bildern Geld, hat eine Webseite und kauft sich das teuerste Equipment. Ich finde, das macht einem noch lange nicht dazu und ich selbst würde mich auch nie aus solchen Gründen als professionell bezeichnen. Selbst hatte ich nie eine richtige Ausbildung zum Fotografen absolviert, mein ganzen Wissen habe ich mir in all den Jahren selbst erarbeitet und erlernt. Obwohl es immer mein Ziel ist, meine Arbeit zu perfektionieren, gibt es doch das Wort „perfekt“ im Grunde für mich nicht. Von Tag zu Tag möchte ich mich stets weiterentwickeln, verbessern und steigern können. Denn die Fotografie ist mein Leben, meine Leidenschaft und ich lebe meinen Traum. Das allerwichtigste in der Fotografie ist der Umgang mit dem Menschen, die mich täglich inspirieren. Um als Fotograf professionell arbeiten zu können ist nicht seine Ausrüstung dafür verantwortlich. Viel wichtiger ist es  auf die Menschen einzugehen um mit ihnen arbeiten zu können. Was hätte ich von einem Bild was keine Emotionen zulässt oder nicht den Menschen zeigt der er wirklich ist. Für mich persönlich ist es sehr wichtig den Menschen so zu erleben wie er ist und wie er oder sie lebt. Wenn ich selbst professionell Arbeiten möchte, dann sollte ich auf jeden einzelnen eingehen können und das ist für mich das allerwichtigste was zur Fotografie dazu gehört. Ein Fotograf sollte mit seiner Arbeit die Leute begeistern können, sie zum lachen bringen aber auch die Emotionen festhalten wenn sie traurig sind oder vor Glück weinen müssen. Und nie dabei nur seinen eigenen Kontostand im Auge behalten, damit er sich die beste Kamera kaufen kann! Es gehört eine Menge an Verantwortung dazu aber auch sehr viel Vertrauen was einem die Menschen entgegen bringen.

 

…..Einst suchte ich die Freiheit

1979 in Chemnitz geboren, seitdem immer auf der Suche nach dem richtigen Weg. Es gab ganz unterschiedliche Zeiten, in denen ich herausfinden wollte, was für mich das Richtige war. Dabei habe ich stets an meine eigenen Ziele und Wünsche gedacht. Meine Ausbildungen unterschieden sich sehr von den anderen. Sei es in der Backstube oder auf der Baustelle, aber auch im Bürostuhl und an Maschinen. Die Unterschiede waren groß und keines kam dem anderen in irgendeiner Art und Weise nahe.

Stets behielt ich aber immer eines im Auge! Jeder hat sein eigenes Vorbild und für mich gab es in dem Falle immer nur eines: Der eigene Vater, der mir zeigte, was mit viel Energie und Fleiß erreicht werden kann. Auf den eigenen Beinen zu stehen, sich darüber Gedanken zu machen was man selbst erreichen möchte.

Jahrelang versuchte ich aus den eigenen Ideen heraus, etwas auf die Beine zu stellen. Vergebens, jeder Versuch endete leider mit keinem Ergebnis. Von 2004 bis 2012 arbeitete ich vor mich hin. Ging jeden Tag zur Arbeit, aber immer mit dem Hintergedanken dies irgendwann einmal für mich aufgeben zu können.

Dieser Moment sollte nicht mehr länger auf mich warten. Das, was ich jahrelang suchte, die Chance etwas eigenes aufbauen zu können und mir meinen Wunsch nach Freiheit zu ermöglichen, war auf einmal da. Nur zufällig war ich mit einer Kamera unterwegs. Begann die Geschichten der alten Fabriken neu zu entdecken. Alte Gebäude die keiner mehr beachtet hatte. So entdeckte ich für mich die Fotografie, und beschloss im Jahre 2011 die alten Fabriken zu besuchen. Ich suchte Motive, die daran erinnern, was einst diese Gebäude belebte. Motive die mir erzählen konnten, welche Geschichte sich dahinter verborgen hatte. Wie einst Leben in den Gemäuern herrschte und Menschen tagtäglich diese mit Leben füllten.

So kam ich in Versuchung, mit den unterschiedlichsten Kameras zu arbeiten. Es dauerte nicht lang, bis es Menschen gab die auf mich aufmerksam geworden sind. Es kam die Frage auf: “ Ob ich mir vorstellen kann, dass ich auch Fotos von Personen machen könnte.“

Damit war der Anfang gemacht und ich konnte meine eigenen Freiheiten ausleben, nach denen ich all die Jahre gesucht hatte. Seitdem arbeite ich jeden Tag daran, mir diesen Traum, diesen Wunsch nach Freiheit mehr und mehr auszubauen. Und bis heute kann ich immer noch jeden Tag sagen: “ Ich liebe es über alles“. Für mich ist es nicht einfach eine normale Arbeit, wo ich selbst 8 Stunden am Tag vor mich hinarbeite und die Zeit verstreichen lasse. Mir bedeutet es unheimlich viel und den Begriff Arbeit würde ich selbst ganz anders definieren. Es ist meine Leidenschaft und meine Liebe die mich jeden Tag aufs neue glücklich macht.